Der Name Sarrasani

Sarrasani – ein Name so klang- wie geheimnisvoll. Fremdartig und überhaupt nicht deutsch. Dabei ist Sarrasani ein deutscher Circus. Sein Gründer Hans Erdmann Franz Stosch stammte aus der preußischen Provinz Posen und begeisterte als Dressurclown Giovanni Sarrasani seine Zuschauer. 1901 gründete er im sächsischen Radebeul dann den Circus Sarrasani, der seine Weltpremiere am 30. März 1902 in Meißen hatte. Von dort aus wollte Stosch die Welt erobern. Warum er dafür den Künstler- und Circusnamen Sarrasani wählte, ist heute noch ein Geheimnis, das Stosch mit in sein Grab nahm. Der Autor und Sarrasani-Biograf Ernst Günther vermutet, dass der Name Sarrasani einen italienischfranzösischen Ursprung hat. Ende des 19. Jahrhunderts waren vor allem italienische Artisten, oder solche mit italienischen Namen, international hoch angesehen. Besonders in Russland sahen und hörten die Menschen mit Vorliebe italienischen Künstlern zu. Und das Reich des Zaren stand auf Stoschs Eroberungsliste ganz oben.

Also übersetzte er seinen Vornamen Hans ins Italienische. Wie er auf Sarrasani kam, kann nur vermutet werden; denn eine italienische Artistenfamilie gleichen Namens existierte offenbar nicht. Als eifriger Zeitungsleser dürfte Stosch den populärsten Fortsetzungsroman seiner Zeit verschlungen haben: „Sarrasine“ des französischen Schriftstellers Honoré de Balzac. Ein Name, der ähnlich klingt wie Sarrasani. Womöglich identifizierte sich Stosch mit dem Romanhelden: Gleich ihm zog auch Sarrasine das freie Künstlerleben den bürgerlichen Zwängen vor. Ein einprägsamer Künstlername ist die halbe Gage, sagt der Artist. Sprachwissenschaftler stellten 1990 fest, dass Sarrasani einer von nur zwei deutschen Circusnamen sei, der alle psychologischen Wirkungsaspekte in sich vereine und ausreichend geheimnisvoll sowie markant klänge.

Erfolgreiche Bilanz der achten Spielzeit:Die Show Luminesque zog 27.500 Besucher in den Bann

Dresden, 16. Februar 2012 – Vorhang für die Show Dinner-Variétheater Saison, die diesmal erst Ende November – und damit später als gewohnt – eröffnet wurde. „Die achte Spielsaison war zwei Wochen kürzer als die siebte. Dass trotzdem rund 2.200 Besucher mehr kamen, freutmich außerordentlich“, äußerte sich der Chef des Traditionsunternehmens nach der letzten Aufführung. Sarrasani verabschiedet sich nun von Deutschland und zieht in heiße Gefilde:

Vom 22. März bis 6. April 2012 ist die Show im Wüstenstaat Abu Dhabi zu sehen. Nach der Rückkehr nach Deutschland steht vom 16. bis 28. Mai noch das Gastspiel in der alten Heimat in Wiesbaden an, bevor dann schon wieder die ersten Planungen für die Saison 2012/2013 anstehen.

Am Sonntag, 12. Februar, fiel in Dresden der letzteLuminesque – die Magie der Farben im Sarrasani Trocadero. Rund 27.500 Zuschauer zählte André Sarrasani seit Beginn der

Der Besucherschnitt der achten Spielsaison spricht eine deutliche Sprache: Durchschnittlich saßen 377 Zuschauer in jeder Show, die André Sarrasani zusammen mit seiner Partnerin Edith Slavova kreiert hatte. „Damit haben wir den sehr guten Schnitt der vergangenen Saison sogar noch übertroffen“, freute sich André Sarrasani, nachdem der letzte Vorhang gefallen war. Ein Jahr vorher zählte man 320 Besucher pro Show. 17 Künstler aus sieben Nationen sorgten in der Saison 2011/2012 dafür, dass das Publikum insgesamt 219 Stunden im Trocadero Dinner-Variétheater bestens unterhalten wurde. „Unser Konzept von Licht und Farbe,mit dem wir Stimmungen intensivieren und die Eindrücke für die Zuschauer verstärken wollten, ist voll und ganz aufgegangen“, äußerte sich der Unternehmenschef. „Viele Besucher haben nach der Show von einem Gänsehaut-Gefühl gesprochen.“

Für ein Gänsehaut-Gefühl sorgte auch derMagier selbst, der erstmals seinen neuen weißen Tiger Kaya in seine Illusionen einband. Und auch das Küchenteam leistete seinen Beitrag zu diesen starken Empfindungen: StarkochMirko Reeh hatte ein Vier-Gänge-Menü „gezaubert“, dasmit seinen intensiven Farben zusätzliche Sinnesreize setzte. Für den Frankfurter war die achte Spielzeit im Sarrasani Trocadero Dinner-Variétheater die zweite Saison als Varieté-Koch. „Es freut mich ganz besonders, dass André Sarrasani wieder auf meine Kochkünste vertraut hat“, sagte er. Auch er spricht von einem positiven Feedback auf seine bunten Gaumenkreationen, die acht Köche in der Sarrasani-Küche schmackhaft umgesetzt haben.

Insgesamt verarbeitete die Küchen-Crew rund um den gastronomischen Leiter Stefan Ficker 2,5 Tonnen Kaltwasserlachs-Filets, 3 Tonnen Ratatouille-Gnocchi sowie 4.000 Liter Strauchtomatensuppe. Dazu genossen die Gäste 30.000 Gläser Sekt (Dresdner Engel Rosé), 15.000 FlaschenMineralwasser und 50 Hektoliter Freiberger Pils.

Im Anschluss Gastspiel in Abu Dhabi geplant

André Sarrasani ist sehr stolz darauf, dass sein Unternehmen nach der achten Spielsaison mit einer internationalen Verpflichtung aufwarten kann. Im Herbst 2011 erhielt Sarrasani erstmals eine Anfrage aus Abu Dhabi und verschob daraufhin die Premiere von 2011. Als das Equipment schon verladen war, führten organisatorische Probleme im Wüstenstaat dann erst einmal zu einer Absage. Die Scheichs versprachen aber ein Engagement im Jahr 2012 – und hieltenWort:

Im Frühjahr dieses Jahres geht Sarrasani auf internationale Tournee in das Scheichtum. „Das zeugt davon, dass unserem Unternehmen ein guter Ruf vorauseilt, der jetzt sogar bis auf die arabische Halbinsel reicht“, so André Sarrasani. Vom 22.März bis 6. April wird Sarrasani in Abu Dhabi eine komplette Circuslandschaft mit Zelten, Verkaufsständen und gastronomischem Angebot aufbauen – und die Besucher in die magische Welt der westlichen Circustradition entführen.

Das geplante Gastspiel in Freiberg muss aus terminlichen Gründen vorerst abgesagt werden.

Sarrasani gastiert mit Luminesque in Wiesbaden

Im Anschluss geht die Tournee in deutschen Gefilden weiter. Sarrasani reist nach Wiesbaden, um dort vom 16. bis 28.Mai der hessischen Landeshauptstadt ist ihm eine Herzensangelegenheit, da Sarrasani viele Jahre lang dort beheimatet war. Das Unternehmen wollte seine Zelte eigentlich Anfang April dort aufschlagen. „Wir wollten die Show nicht ausfallen lassen und haben unser Engagement deshalb um fünf Wochen nach hinten verschoben“, erklärt André Sarrasani.

Der Unternehmenschef ist sich darüber bewusst, dassman mit dieser zu Ende gegangenen Saison und mit dem Programm die in der kommenden Saison schwer zu toppen sein werden. „Aber wenn wir erfolgreich bleiben wollen,müssen wir uns jedes Jahr neu erfinden“,weiß er. Und er wäre nicht „Deutschlands besterMagier“ (so betitelte ihn RTL),wenn ihm das nicht auch in der kommenden Saison wieder gelingen würde.

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17.02.2012 · Trocadero


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