1892
Als Dressurclown wird Hans Stosch-Sarrasani mit der Tiershow „Funny Family“ zum Top-Artisten in Circussen und Varietés.
1901
Hans Stosch-Sarrasani bezieht in Radebeul eine Wohnung im Sarrasanihaus, heute eine Touristenattraktion, und beginnt mit dem Aufbau eines neuartigen Circus.
1902
Weltpremiere des Circus Sarrasani in Meißen als „modernster Circus der Jetztzeit“ in einem Chapiteau mit 3.600 Plätzen, erstmals in Deutschland komplett mit elektrischer Beleuchtung.
1904
Erstes Berlin-Gastspiel. Von dort aus zieht Sarrasani durch die Welt.
1906
Sarrasani avanciert zum technisch ausgefeilten Circus mit kunstvoller Fassade und Dynamos für die eigene Stromerzeugung. Später kommen zwölf Straßendampflokomotiven hinzu, die mehrere Circuswagen zugleich ziehen können. Als Hausfarbe wählt Sarrasani ein kräftiges Rot.
1907-1911
Gastspiele in Prag, Wien, Basel, Brüssel, Paris.
1912
Erstes Hallengastspiel eines deutschen Circus in der Festhalle Frankfurt am Main als „Circus der 5000“. Am 22. Dezember eröffnet am Königin-Carola-Platz in Dresden in Anwesenheit der Königsfamilie Sarrasanis „Circus-Theater der 5000“, Europas größter und modernster Circusbau.
1915
Während des Ersten Weltkriegs reist Sarrasani für ein Auslandsgastspiel nach Dänemark. Dort wird er mit seinem Circus für den Spielfilm „Die Lieblingsfrau des Maharadscha“ verpflichtet. Sarrasani tritt in einem prachtvollen Maharadschakostüm auf. Dieses lässt er sich später nachschneidern, um darin die Elefanten vorzuführen – sein persönliches Markenzeichen.
1923/25
Sarrasani reist mit Schiffen nach Südamerika, die speziell für den Circus ausgerüstet werden. Gastspiele in Brasilien, Uruguay und Argentinien.
1926/27
Modernisierung und vollständige Technisierung des Unternehmens. Der Personalbestand steigt auf 800, der Tierbestand auf 250 Pferde, 100 Raubtiere und 27 Elefanten. Künstlerische Neuprofilierung mit Verschmelzung von Circus-, Theater- und Showelementen. Die neuen Sarrasani-Farben: Weiß und Grün als Huldigung an das Heimatland Sachsen.
1934-36
Zweite Südamerikareise durch Brasilien, Uruguay, Argentinien. Hans Stosch-Sarrasani stirbt 1934 in São Paulo. Seine Nachfolge tritt der Sohn gleichen Namens an. Er teilt das Unternehmen, reduziert Personal-, Tier- und Künstlerbestand, kehrt zurück zum Nummernprogramm.
1935
Hans Stosch-Sarrasani jun. heiratet in Buenos Aires die Musikerin und Tänzerin des Hausballetts Gertrud Helene (Trude) Kunz. Während ein Sarrasani-Unternehmen in Deutschland spielt, reist ein zweites unter Leitung von Trude Stosch-Sarrasani und Fritz Mey, André Sarrasanis Vater, durch Argentinien.
1941
Hans Stosch-Sarrasani jun. stirbt. Seine Nachfolge tritt die 28 Jahre alte Trude Stosch-Sarrasani an.
1945
Brandbomben zerstören das Circustheater in Dresden.
1948
Trude Sarrasani wandert mit ihrem Lebenspartner Gabor Nemedi, Luftakrobat und künstlerischer Direktor des Circus, nach Südamerika aus. Am 28. April feiert der „Circo Sarrasani Shangri-La“ Premiere.
1950
Verleihung des Ehrentitels „Argentinischer Nationalcircus“ auf Initiative von Evita Perón.
1956
Fritz Mey gründet in Mannheim mit Unterstützung der Sarrasanitochter Hedwig Stosch-Brandt einen neuen Sarrasani. Mey gilt seit Jahren als die rechte Hand von Senior, Junior und Trude Stosch-Sarrasani. 1956 übernimmt er die Circusleitung. Mey engagiert Künstler aus dem Ostblock und durchbricht damit als Erster den Eisernen Vorhang. Für seine Verdienste um das Wiederaufblühen der deutschen Circuskunst ehrt ihn die Bundesrepublik Deutschland als ersten Circusdirektor mit dem Großen Verdienstkreuz am Bande.
1972
André Sarrasanis Geburt.
1976
Trude Stosch-Sarrasani adoptiert Ingrid Wimmer, André Sarrasanis Mutter, Artistin und Lebenspartnerin Fritz Meys.
1980
Ingrid Stosch-Sarrasani übernimmt die Unternehmensleitung. Um der Erstarrung der Manegenkunst zu begegnen, wagt sie künstlerische Experimente. Größter Publikumserfolg „Circus-Poesie“.
1990
Sarrasani spielt zum ersten Mal nach 45 Jahren wieder in Dresden.
1991
Dresden weiht in der Innenstadt die Sarrasanistraße ein.
1992
Sarrasani feiert in Dresden die 90. Wiederkehr der Circusgründung in Anwesenheit der letzten Nachfahren des sächsischen Königshauses. Zum ersten und einzigen Mal ist die große Sarrasanifamilie vereint: die letzten Enkelinnen des Circusgründers Hedi Schuster-Meuschel und Anneliese Thiele, Trude Stosch-Sarrasani, Fritz Mey, Ingrid Stosch-Sarrasani und André Sarrasani.
1995
André Sarrasani präsentiert sich als Showstar. In der Show „Magic Vision“ tritt er als Großillusionist auf.
1996
Die Stadt Dresden enthüllt das Sarrasani-Denkmal, das erste Circusdenkmal Deutschlands.
1999
Radebeul erhält eine Stosch-Sarrasani-Straße.
2000
André Sarrasani übernimmt die Geschäftsführung der Sarrasani GmbH und geht mit der Show „Fantastische Vorstellungen“ auf Tournee. RTL krönt ihn zum „besten Magier Deutschlands“.
2002
Deutschlandtournee der Sarrasani-Show „Sensations“. Anlässlich der 100. Wiederkehr der Circusgründung arrangiert das Stadtmuseum Dresden die größte Circusausstellung Deutschlands.
2004
André Sarrasani eröffnet mit dem Trocadero– Sarrasani Theater Dresden das erste Dinner-Varieté in den neuen Bundesländern. Mit dem Projekt kehrt er in die Heimat zurück. Mehr als 28.000 Zuschauer in knapp fünf Monaten Spielzeit.
2005
Neuauflage des Trocadero – Sarrasani Theater Dresden am Straßburger Platz in Dresden. Gastronomie-Partner wird der Dresdner Spitzengastronom Gerd Kastenmeier. In Wiesbaden zeigt Sarrasani im Dezember die Show „Sensations by Sarrasani – Das Winterspektakel“. Das Artistenprogramm skizziert Geschichten aus dem Leben Ingrid Sarrasanis nach.
2006
Drittes, fünfmonatiges Gastspiel des Trocadero – Sarrasani Theater Dresden. Parallel dazu läuft die erfolgreiche Dinnershow erstmals in Bonn, auf dem Dach der Bundeskunsthalle. Neuauflage der Arena-Produktion „Sensations by Sarrasani – Das Winterspaktakel“ in Wiesbaden.
2007
Im Januar präsentiert Sarrasani seine Arena-Produktion in der Jako-Arena im fränkischen Bamberg. In den Frühjahrs- und Sommermonaten ist Sarrasani verstärkt im Eventbereich tätig. Dazu gehören Messeauftritte, Firmenveranstaltungen und öffentliche Großveranstaltungen. Im März 2007 kreiert Sarrasani zum 80. Geburtstag von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher im Auftrag der FDP eine 3.500 Quadratmeter große Zeltlandschaft vor dem Berliner Hauptbahnhof. Vom 18. Oktober bis 24. März 2008 lädt Sarrasani zum vierten Mal zu seiner einmaligen Dinnershow ins Trocadero – Sarrasani Theater Dresden.
2008
Von 4. bis 6. Januar präsentiert Sarrasani seine neue Arenaproduktion „Circussterne – Das Sarrasani Winterspektakel“ in der Jako-Arena Bamberg.